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194 Auszubildende wurden freigesprochen
09.11.2010 08:59:00
Handwerk Quelle der Wertschöpfung und Garant für die Zukunft
Für 194 Auszubildende aus 20 Berufen endete am Sonntag die Lehrzeit mit der Überreichung ihrer Gesellenbriefe im Rahmen der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Birkenfeld in der Göttenbach-Aula. Kreishandwerksmeister Eric Aulenbacher, der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Christian Baldauf, Oberbürgermeister Bruno Zimmer, Berufsschulleiter Hans-Jürgen Klein sowie Staatssekretärin Julia Klöckner unterstrichen in ihren Reden und Grußworten die Bedeutung des Handwerks für Wirtschaft und Gesellschaft und den Wert einer Ausbildung für den persönlichen Lebensweg. Mit Urkunden und Präsenten wurden die elf Jahrgangsbesten im jeweiligen Ausbildungsgang belohnt.
Mit ihrem Gesellenbrief hätten die Freigesprochenen ihre „Fahrkarte“ in die Zukunft gelöst, hob Aulenbacher die Bedeutung der Berufsausbildung hervor, betonte aber auch die Notwendigkeit ständiger Weiterbildung. Auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung und den zu erwartenden Fachkräftemangel legte der Kreishandwerksmeister Eltern nahe, ihr Kind ein Handwerk lernen zu lassen. „Wertschöpfung erfolgt an der Basis durch der Hände Arbeit“, stellte Aulenbacher mit Blick auf die „Börsenspielchen der Finanzjongleure“ klar. Gleichzeitig forderte er von den Eltern, ihren Kindern die klassischen Tugenden Respekt, Pünktlichkeit, Sorgfalt, Sauberkeit, Ordnung und Fleiß zu vermitteln und ihnen auch im Hinblick auf das Erscheinungsbild Werte zu vermitteln. So würden etwa „Gesichtspiercings, wie sie sonst nur bei Naturvölkern üblich sind, unsere Kunden verschrecken“. Auch Hans-Jürgen Klein, der Leiter der Berufsbildenden Schule Technik, betonte den wertschöpfenden Aspekt handwerklicher Arbeit. „Nicht Geiz ist geil, sondern Qualität ist geil“, nahm er einen bekannten Werbespruch aufs Korn. Die Junggesellinnen und Junggesellen müssten damit rechnen, so Klein, noch mehr als viereinhalb Jahrzehnte im Berufsleben zu stehen. Welche Veränderungen dabei auf sie zukommen werden, machte er an einem Rückblick ins Jahr 1965 deutlich, indem er die damaligen technischen Gegebenheiten und Standards mit den heutigen verglich. Ebenso forderte Oberbürgermeister Bruno Zimmer die Freigesprochenen auf, „lernfähig und lernwillig zu bleiben“, denn „die ausgebildeten Fachkräfte sind das Fundament für die Zukunft“.
Als „Rückgrat der deutschen Wirtschaft“ bezeichnete Festredner Christian Baldauf das Handwerk. Der Wandel der Anforderungen und Wertvorstellungen erfordere lebenslanges Lernen, so betonte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende. Nun sei nach der Ausbildung die Zeit gekommen, so bemühte er ein Bild aus dem Fußball, dass es vom Training ins Turnier gehe. Nun müssten die Gesellinnen und Gesellen nicht nur ihr Fachwissen, sondern auch ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Im Hinblick auf den künftigen Renteneintritt mit 67 Jahren, meinte er, es komme weniger darauf an, wie lange man arbeite, sondern wie gerne – und verwies dabei auf einen betagten Rechtsanwalt in seiner Kanzlei, der auch mit 85 Jahren noch in seinem Beruf tätig sei.
Die Prüfungsbesten des aktuellen Jahrgangs
Patrick Becker, Bürokaufmann (Ausbildungsbetrieb: Goldschmiede Herbert Giloy & Söhne, Idar-Oberstein); Benjamin Beretic, Fleischer (Metzgerei Karl-Heinz Leyser, Kempfeld); Natalie Bernard, Metallbauerin (Bauschlosserei Martin Bernard, Hintertiefenbach); Mona Fey, Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk Fleischer (Metzgerei Dalheimer, Mörschied, Inhaber: Uwe Gärtner); Tatjana Katschulin, Friseurin (Friseursalon Lorinda Galle, Idar-Oberstein); Dennis Lindenblatt, Kraftfahrzeugmechatroniker (GFU Berufliche Bildung und Beratung GmbH, Schwalbach); Sarah Mosen, Goldschmiedin (Goldschmiede Hofacker, Koblenz); Nicolas Kevin Rytz, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik (Sanitär, Elektro, Heizung Arnold Feil, Herborn, Inhaber: Wilfried Feil); Paul Schmidtke, Stuckateur (Raimund Engbarth Akustikbau und Stuck, Idar-Oberstein); Lukas Schwenk, Elektroniker (Schwenk Haustechnik, Stipshausen); Carolin Warmbier, Edelsteingraveurin (Erwin Pauly Cameo Phantasy, Veitsrodt, Inhaber: Andreas Pauly)
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