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Quelle: handwerk.de Messe Idar-Oberstein
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Seit 50 Jahren Meister: HwK ehrt Veteranen des Handwerks

14.10.2010 10:41:00

Feier in Ochtendung bot Gelegenheit, Lebensgeschichten nachzuspüren

Herrenschneidermeister Rudolf Kohl, Präsident Werner Wittlich, Friseurmeister Otto Kaufmann

1960 haben sie ihren Meisterbrief bekommen – ein halbes Jahrhundert später ehrte die Handwerkskammer (HwK) Koblenz die Jubilare nun mit einer großen Feier in Ochtendung, zu der die Kreishandwerkerschaft Birkenfeld eine gemeinsame Busfahrt der Jubilare aus dem Kreis und des Handwerkerchores organisiert hatte.

 

Den Grundstein für ihr Leben hatten die Altmeister damals gelegt, aber auch für das ihrer Familien – und nicht zuletzt für die Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs. „Mehr als genug Gründe, um Ihnen aufs Herzlichste zu danken und Ihnen heute den goldenen Meisterbrief zu verleihen“, meinte HwK-Präsident Werner Wittlich. Zwei der Geehrten blicken schon auf 60 Jahre „Meisterschaft“ zurück und erhielten ihre diamantenen Meisterbriefe.


Ein Fundament haben die Altmeister aus der Sicht von Wittlich gelegt, auf dem die jungen Meister heute aufbauen können. Sie seien ein wichtiges Vorbild, denn „ihr Lebensweg war geprägt von der Aufbruchstimmung und dem hohen Leistungsdenken der damaligen Zeit“.

Ehrenobermeister Hermann Wölwer betonte: „Wir haben uns mithilfe des Meisterbriefs solide Existenzen aufbauen können.“ Stolz ist er auf eine Unternehmenskultur, die auf Normen und Werten beruht. „Auch in der jüngst erlebten Krise hat das Handwerk seine stabilisierende Wirkung bewiesen“, so das Fazit des Malermeisters.

Der Rückblick auf die Lebensgeschichte der Jubilare offenbart Überraschendes. Für einen Friseur heute eher ungewöhnlich, waren es Otto Kaufmanns zeichnerische Fähigkeiten, die ihn 1935 in das Gewerk der Haarkünstler brachte. „Ich habe damals an einer Eignungsprüfung teilgenommen, und da man zu dieser Zeit noch Frisuren mit Kohle und Papier entwerfen musste, empfahl man mir, diesen Weg einzuschlagen“, erinnert sich der Diamantmeister aus Kirschweiler bei Idar-Oberstein. 

Bei Herrenschneidermeister Rudolf Kohl, der ebenfalls einen diamantenen Meisterbrief erhielt, war es der Vater, der ihm den Weg ins Handwerk wies. Als Flüchtling aus dem ehemaligen Jugoslawien verschlug es ihn nach Idar-Oberstein. 1950 schloss er die Meisterprüfung ab. „Ich habe in Deutschland mein Glück gefunden“, betont Kohl, der nach einigen Gesellenjahren den Betrieb, in dem er damals arbeitete, weiterführte.

Schon aus frühester Jugend kennen sich Klaus Mohr, Richard Dreher und Werner Reitenbach. Sie alle stammen aus der Nähe von Idar-Oberstein und haben das für diese Region typische Handwerk gelernt: „Wir sind alle drei Edelsteinschleifer, aber jeweils mit einem Spezialgebiet“, erklärt Facettierer sowie Amethyst- und Topasschleifer Klaus Mohr. Sein Großvater besaß damals eine kleine Schleiferei, in der er schon früh seine Fingerfertigkeit testen konnte. Später übernahm er die Werkstatt. Dreher und Reitenbach blicken auf ähnliche Lebensgeschichten zurück.

Auch die Damenschneidermeisterinnen Inge Menzer und Annette Müller haben viel zusammen erlebt. „Wir haben uns schon vor der Meisterprüfung kennengelernt und saßen schließlich auch in derselben Meistervorbereitung“, erklärt Annette Müller. Gepackt von der Abenteuerlust, wanderten die beiden schließlich für zwei Jahre in die Schweiz aus. „Wir wollten das Alpenland für uns entdecken“, erzählt Goldmeisterin Inge Menzer. „Wenn wir dann zusammen ausgingen und Arbeitskollegen trafen, wurden wir immer mit ‚Da sind ja die beiden deutschen Fräuleinwunder’ begrüßt“, erinnern sich die beiden lachend.

 

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