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Quelle: handwerk.de Messe Idar-Oberstein
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Nachrichtenarchiv

Eine Kette für die Restauratoren im Gold- und Silberschmiedehandwerk

26.02.2008 16:10:00

Kreishandwerksmeister Aulenbacher, rechts,  betrachtet die Restauratorenkette
Während ihrer einjährigen Qualifizierung zum Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk bei der Handwerkskammer Koblenz in Herrstein haben die Teilnehmer des Lehrgangs eine gemeinsame Projektarbeit realisiert, die nun auf der diesjährigen Inhorgenta in München, einer der führenden internationalen Fachmessen für Uhren, Schmuck, Edelsteine, Perlen und Technologie, vom Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere e.V. präsentiert wurde:

Restauratorenkette
Mit historischen Techniken fertigten sie eine ihres Berufsstandes würdige Kette. In der Art einer Zunft- oder Schützenkette zeigen die einzelnen Glieder das Stadt- oder Landeswappen der aus der gesamten Bundesrepublik stammenden Restauratoren.

So verweist der von zwei Ähren gerahmte Ochse über dem auf einer Kirchturmspitze liegenden Fisch auf die an der Ostsee gelegene Gemeinde Schönberg in Schleswig-Holstein. Die Arbeit von Heide Riedel wurde in der Ziseliertechnik ausgeführt.

Brigitte Freese setzte die Eiche als Symbol der Stadt Königsfeld im Schwarzwald in einer Sägetechnik um und versplintete den gravierten Baum auf einem tauschierten Untergrund.

Das Wappen der Stadt Mainz von Richard Wagner zeigt zwei durch ein silbernes Kreuz verbundene silberne Räder auf rot emaillierten Untergrund.

Die goldene Burg mit einem im Zentrum postierten Löwen steht für die Stadt Freiberg in Sachsen. Bertram Berger setzte sie vor einen blau emaillierten Hintergrund.

Zeno Ablass aus Uedem wählte ein Landeswappen, das er in der Gravurtechnik ausführte: Das Wappen von Nordrhein Westfalen kombiniert die historischen Symbole der drei Landesteile mit dem Wellenbalken für die Rheinprovinz, dem springenden Pferd für Westfalen und die Rose in der Mitte für Lippe.

Das Ortswappen von Wilhelmsdorf in Mittelfranken, der Heimatstadt von Florian Friedrich, zeigt drei in Email ausgeführte Krüge über einem feuervergoldeten und ziselierten Hugenottenkreuz.

Die 6 Wappenschilder rahmen das im Zentrum liegende Wappen der Gold- und Silberschmiede, dessen Symbole Ring, Kelch und Becher die Herstellung von Schmuck und Gerät symbolisieren. Eine in Filigrantechnik gearbeitete Kugel krönt das Wappen.

Die ca.1450 Gramm schwere Kette zeigt die fachgerechte Umsetzung der Lehrinhalte des Fortbildungslehrgangs zum Restaurator. Alle für einen Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk wichtigen Goldschmiedetechniken wie das Ziselieren, Granulation, Filigrantechnik, Niello, Email und verschiedene Gusstechniken wurden angewandt. Nach historischen Techniken gearbeitete Verbindungselemente halten die Glieder zusammen.

"Das theoretische Wissen über historische Techniken und deren praktische Anwendung sind eine notwendige Voraussetzung für den fachgerechten Umgang mit Goldschmiedearbeiten jeder Art", betonte der Prüfungsausschussvorsitzende Kurt Ruth, auf dessen Initiative hin der Kurs ins Leben gerufen werden konnte.

"Das Wissen um historische Techniken und Materialien geht mehr und mehr verloren und wir sind froh, dass es Goldschmiede gibt, die dieses Wissen erwerben und weitertragen können" ergänzte Lehrgangsleiterin Constanze Küsel von der Handwerkskammer Koblenz.

Der Präsident des Zentralverbandes Hans Jürgen Wiegleb lobte das Engagement der frisch gebackenen Restauratoren: Nicht nur dass sie mit ihrer Qualifikation dazu beitragen traditionelle Goldschmiedearbeiten zu erhalten, ihre Projektarbeit regt auch zur Nachahmung an. Leider wird die Tradition der Zunftketten nicht mehr häufig gepflegt. Als Symbol der Zugehörigkeit eines Berufsstandes würden sie sich auch in der heutigen Zeit sicherlich einer großen Beliebtheit erfreuen.

Der nächste Kurs "Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk" beginnt am 01.02.2009

Interessierte haben die Möglichkeit, sich über ein 16-stündiges Einführungsmodul "Restaurierung im Gold- und Silberschmiedehandwerk" am 10./11.10.2008 ein Bild von der Qualifikation des Restaurators im Gold- und Silberschmiedehandwerk zu machen.

Die "Meisterprüfung PLUS Fortbildung zum Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk" bietet Gold- und Silberschmiedegesellen die Möglichkeit, parallel zu den Meistervorbereitungskursen Teil 1 und Teil 2 die einzelnen Module für die Restauratorenausbildung zu besuchen und somit mit dem Meister die Zusatzqualifikation "Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk" zu erlangen.

Der nächste Meisterkurs beginnt am 25.10.2008

Informationen bei Constanze Küsel, Telefon 06785/ 9731-761, Telefax 06785/ 9731-769, constanze.kuesel@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de

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