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HwK Koblenz verleiht Handwerkssenioren Goldenen Meisterbrief
17.11.2008 08:57:00
KOBLENZ. „Vor einem halben Jahrhundert sind Sie gemeinsam einen wichtigen Schritt in Ihrem Leben gegangen, Sie haben Ihre Meisterprüfung absolviert. An diesen mit Schweiß und harter Arbeit errungenen Erfolg möchten wir heute erinnern und dies mit der Verleihung der Goldenen Meisterbriefe würdigen“, begrüßte Karl-Heinz Scherhag, Präsident der Handwerkskammer Koblenz, an die 100 Handwerkssenioren. „Viele Veränderungen haben Sie im Laufe dieses Lebens verfolgen dürfen. Der Dreiklang Lehrling – Geselle – Meister hat gestern wir heute Bestand. Meisterausbildung und Meisterprüfung sind ein international anerkanntes und geschätztes Zeugnis der hohen Qualität deutscher handwerklicher Leistungsfähigkeit. Und wir werden von dieser Qualität niemals Abstand nehmen – auch wenn wir parallel andere Zugänge zum Handwerks-Gewerbe schaffen müssen“, betonte Scherhag in seiner Laudatio.
Motor der Wirtschaft in der Region
„Im Jahr Ihrer Meisterprüfung 1958 gab es weder Handy noch Internet, nicht einmal das Telefax war bekannt. Konrad Adenauer war Bundeskanzler. Und, was nur wenige wissen: Er war auch Erfinder im Sinne des Handwerks. Er sicherte sich drei Patente. Darunter ein Verfahren zur Herstellung eines dem rheinischen Roggenschwarzbrot ähnelnden Schrotbrotes - dem Kölner Brot“, sagte der Kammerpräsident.
Dass heute manch ein Handwerksberuf ohne eine Meisterprüfung ausgeübt werden könne, sei damals undenkbar gewesen. Und trotzdem: „Die Tradition des Handwerks ist seine Anpassungsfähigkeit an immer neue Herausforderungen. Man kann sagen, Handwerk ist traditionell modern. An diesem Handwerksbild haben Sie mitgearbeitet. Sie waren der Motor der Wirtschaft in unserer Region. Sie haben die Kunst des Handwerks gelebt. Ohne Sie wäre die Wirtschaftsregion der Handwerkskammer Koblenz - gemessen vom unteren Zipfel des Landkreises Birkenfeld bis zum äußersten Zipfel des Landkreises Altenkirchen - nicht das, was sie heute ist. Danke für alles.“
Der Kammerpräsident unterstrich, dass es für ihn eine besondere Ehre sei, die Goldenen Meisterbriefe zu überreichen. „Nicht, weil ich in offizieller Funktion hier bin, sondern weil ich in der Handwerksfamilie gelebt habe und noch heute arbeite, meine Meisterprüfung vor 49 Jahren abgelegt habe und im kommenden Jahr selbst in den Genuss des Goldenen Meisterbriefes komme. Ich freue mich heute schon darauf und bin gespant, wer dann hier auch für mich sprechen wird.“
Sichtbar bewegt nahmen die Altmeisterinnen und Altmeister aus den Händen des Kammerpräsidenten ihren Goldenen Meisterbrief persönlich entgegen. Erneut gab es in diesem Jahr die besondere Ehrung für 60 Jahre Meisterprüfung in Form des Diamanten Meisterbriefes. Friseurmeisterin Irmgard Schmidt und Jakob Corvers Mechanikermeister wurde diese Ehrung zuteil. „Gott schütze das ehrbare Handwerk“, sang der Handwerkerchor Birkenfeld, der die Feier traditionell musikalisch umrahmte.
„Maht et jut!“
„Ich gehöre auch zu denen, die sich zweimal wöchentlich bei der Handwerkskammer das Rüstzeug zum Meisterbrief geholt haben. Wir haben wirtschaftlich bei Null angefangen und uns nach und nach etwas aufgebaut“, so Klempnermeister und Gas- und Wasserinstallateurmeister Dietrich Werhand in seinem Schlusswort. „Was können wir heute noch tun?“, fragte er in den Raum. „Wir können, wenn möglich, mit in den Betrieben helfen, wir können verstärkt uns an Werte erinnern und diese bei unterschiedlichen Gelegenheiten an die jungen Leute weitergeben. Wir können aber vor allem unser ‚Rentnerdasein’ leben, die Enkel betreuen und die für mich schönste Gegend der Welt, in der wir leben, genießen“, seine Antwort. „Maht es jut!“
Lottogewinn mit Zusatzzahl
Ein „Lottogewinn mit Zusatzzahl“ nennt Malermeister Peter-Josef Maag aus Sinzig seine Frau Erika. Er war langjähriges Mitglied im Meisterprüfungsausschuss der Maler und Lackierer. Von 1988 bis 1993 war er Prüfungsvorsitzender. „Die Frau im Hintergrund ist für den selbstständigen Handwerksmeister unverzichtbar. „Drei Kinder großgezogen, Büro, Ladengeschäft und Haushalt gemanagt, eine tolle Leistung hat meine Erika erbracht“, so seine Liebeserklärung.
Klein, fein und rein
Josef Müller, Malermeister aus Neustadt, rät jungen Handwerksmeistern „klein anzufangen und immer auf dem Boden zu bleiben“. „Klein, fein und rein“, so seine Devise. Bis1991 war er selbstständig. Als die Aufträge auf dem Lande ausblieben, hat er sich verstärkt um Bundeswehraufträge bemüht. „Man muss zur Arbeit gehen, sie kommt nicht von selbst“, sagt er. Peter Menzenbach, Kfz-Mechanikermeister aus Neustadt, rät jungen Handwerksmeistern auf dem Land, sich in Vereinen zu engagieren. „Ich war 36 Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr, bin Mitglied im Verbandsgemeinderat. So knüpft man Kontakte. In kleinen Orten ist das äußerst wichtig für die berufliche Entwicklung.“
Informationen zur Altmeisterfeier bei der Handwerkskammer Koblenz,
Tel.: 0261/398-415, Fax: 0261/398-990, meister@hwk-koblenz.de
Quelle: hwk-koblenz.de
Foto: HWK Koblenz / Pielmedia

















