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Jahresempfang der Kreishandwerkerschaft - Kritik an der Steuererhöhung
11.02.2008 14:48:00
Ein fröhliches Lied und ein Glas Wein empfahl der Kreis-Handwerkerchor gegen Kummer. Und es gibt einiges, was den Handwerksbetrieben Kummer bereitet, listete der Kreishandwerksmeister auf.
Mit einem Bekenntnis zu Ehrenamt und Subsidiaritätsprinzip, das den Staat lediglich als helfende Ergänzung betrachtet, eröffnete Kreishandwerksmeister Eric Aulenbacher gestern Morgen seine Ansprache beim Jahresempfang der Kreishandwerkerschaft im Festsaal des Birkenfelder Schlosses auf. Nur
staatliche Entscheidungen, die möglichst nah am Bürger getroffen werden, sind in der Regel sachgerecht und versprechen die größte Akzeptanz, kritisierte er die "vernichtende Wirkung" einer unzureichenden Interessenvertretung des Handwerks auf europäischer Ebene. Und lobte zugleich das Subsidiaritätsprinzip, das Hunderttausende von Unternehmen und Handwerksbetrieben ermuntere, beispielsweise ehrenamtlich Aufgaben im Bereich der Ausbildung zu üb ernehmen.
Bewährt hätten sich auch regionale Strukturen, erinnerte Aulenbacher an den jüngsten Versuch, "die Kreishandwerkerschaft Birkenfeld zugunsten einer größeren Einheit zu zerschlagen".
Kritik erntete die Stadt Idar-Oberstein für ihre Erhöhung der Gewerbesteuer. Die sei zwar im Prinzip die einzige von der Gemeinde zu beeinflussende Einnahmequelle, aber auch ein wesentlicher Standortfaktor, warnte Aulenbacher vor "abschreckenden Hebesätzen" und forderte stattdessen die Schaffung von geeigneten Umlagestrukturen auf Ebene der Gemeinden.
Vom guten Zusammenwirken zwischen Landkreis und seinem Handwerk zeugte für Landrat Axel Redmer allein schon der wie auch beim Jahresempfang 2008 wiederum fast überfüllte Festsaal seiner Verwaltung. Zufrieden kommentierte Redmer die Zahlen des regionalen Arbeitsmarktes in den beiden vergangenen Jahren: Man sei auf der Höhe des Nachbarkreises Bad Kreuznach und habe zwischenzeitlich fast den Durchschnittswert der alten Bundesländer erreicht. Die Gründe für die Entwicklung laut Landrat: "Gesunde Strukturen und keine Unternehmen, die wie Nokia Subventionen kassieren und dann abhauen".
In Zusammenhang mit der Mindestlohn-Diskussion forderte Redmer die Handwerksbetriebe auf, mit belastbarem Beweismaterial für irreguläre Ausschreibungen nicht hinterm Berg zu halten. Bezüglich der Verkehrsanbindung warnte er vor derzeit kursierenden Rankings: So sei es bei der B 41 nicht die Frage, ob der Ausbau in Richtung Ost oder West mehr Befürworter finde, sondern wo es Baureife und Pläne
gebe. Ähnliches gelte für die Hunsrückspange.
Foto: Kreishandwerksmeister Aulenbacher, Landrat Axel Redmer, Beigeordneter Friedrich Marx und Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Noss.
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