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Maler und Lackierer aus Rheinland-Pfalz tagten in Idar-Oberstein
30.10.2008 14:00:00
Maler und Lackierer aus ganz Rheinland-Pfalz tagten im Parkhotel, auf dem Schloss Oberstein, im Stadttheater und in der Göttenbach-Aula. Drei Tage lang wurde gefeiert und gefachsimpelt - und wurden die Vorzüge von Idar-Oberstein den Vertretern der Kammerbezirke Koblenz, Kaiserslautern, Rheinhessen und Trier gezeigt.
Nach Ansicht von Designer Friedrich Ernst von Garnier ist Farbe in der architektonischen Gestaltung in Idar-Oberstein nicht unbedingt ein bevorzugtes Thema. Ein Eindruck, der das Auge von Garnier reizt. „Weiß“, kritisierte der weltweit tätige Farbdesigner beim Landesverbandstag der Maler- und Lackierer im Stadttheater, „spielt hier eine grauenvolle Rolle. Die Stadt ist billig totgestrichen.“
Seine Gastgeber sparte er in seiner Kritik aus: „Die Maler bekommen nur den Auftrag. Schuld sind die Auftraggeber, die billige Arbeit wollen, für die Farbe etwas völlig Unwesentliches ist.“ Derzeit arbeitet Garniers Team an Großprojekten in Rio de Janeiro und in Alabama, der Konzern ThyssenKrupp hatte ihn verpflichtet - der Mann weiß, wovon er spricht. Seine Philosophie: Farbgestaltung muss sich an die natürliche Umgebung anpassen.
Trotz aller Kritik des Farbgestalters Garnier hat Idar-Oberstein auch zahlreiche Vorzüge zu bieten: Im Obersteiner Schloss kosteten die Delegierten Spießbraten, während sie von Dudelsackmusik umspielt wurden, in der Göttenbach-Aula trat die Travestie-Truppe „Black & White“ für sie auf, im Deutschen Edelsteinmuseum wurden sie unter fachkundiger Leitung in die Welt der glitzernden Steine eingeführt.
Und zwischendurch wurde es ernst: Im Stadttheater hielten Garnier und Dr. Wolfgang Setzler vom Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme Fachvorträge, in der Mitgliederversammlung wurde Bilanz gezogen.
In den Grußworten am Samstagvormittag klang die schwierige Lage durch. „Dem Handwerk“, klagte Gerd Nisius, Obermeister der lokalen Maler- und Lackierer-Innung, „geht es nicht besonders gut. Wir müssen alle um Aufträge kämpfen. Viele Handwerksbetriebe fahren jeden Tag nach Bad Kreuznach und bis ins Rhein-Main-Gebiet. Das ist mit enormen Kosten verbunden, nur um unsere Mitarbeiter weiterhin beschäftigen zu können“. Er forderte, dass wieder Einzelgewerke ausgeschrieben werden.
Werner Loch, Geschäftsführer des Hauptverbandes Farbe, Gestaltung, Bautenschutz, sprach über die „erfreulichen Zahlen bei der Wärmedämmung“, Landesinnungsmeister Jörg Baumann über Neid unter Kollegen, „nur, um sich zu profilieren“. Landrat Axel Redmer („Keiner weiß, wie tief die Spuren der Finanzkrise sein werden“), Franz Risch vom Vorstand der Kreishandwerkerschaft und Frank Frühauf, Idar-Obersteins Bürgermeister (er sprach über den Fassadenwettbewerb der Stadt), hielten Grußworte.
Fotos der Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie.

















