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Der Führerschein fürs Berufsleben
09.11.2009 10:13:00
Den „Führerschein für ihr Berufsleben", den Gesellenbrief, erhielten 181 Auszubildende aus etwa 150 Ausbildungsbetrieben durch die Obermeister und Prüfungsvorsitzenden bei der Freisprechungsfeier in der Göttenbach-Aula.
Fast 300 Gäste - die Junggesellen und deren Angehörige, dazu Repräsentanten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Schulen - füllten die Göttenbach-Aula bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft. Wie eine Welt ganz ohne Handwerker aussehen könnte, nämlich wie eine wüste Ödnis, in der sich nackte, unfrisierte, frierende Einwohner bewegen, zeigte der Entwurf eines Imagefilms, den Kreishandwerksmeister Eric Aulenbacher dem Publikum vorführte.
Aulenbacher machte damit auf die fürs nächste Jahr geplante Imagekampagne des deutschen Handwerks aufmerksam und dessen Bedeutung - auch für die Zukunftssicherung unserer Gesellschaft. Denn auch im Jahr 2009 setzt sich der Trend des Vorjahres fort, dass für mehr Lehrstellen weniger Bewerber zur Verfügung stehen. „Bilden Sie aus!“, appellierte Aulenbacher. Einerseits böten die Betriebe den Jugendlichen dadurch Zukunftschancen, andererseits sicherten sie so ihren Fachkräftenachwuchs. Nach einer Ausbildung im Handwerk sei alles möglich. Sogar eine Karriere vom Metzger zum Gehirnchirurgen ...
Die abgeschlossene Ausbildung biete die Grundlage für den beruflichen Erfolg, erklärte Oberbürgermeister Bruno Zimmer. Karin Stockmar, ständige Vertreterin der Schulleitung der BBS Technik, machte den jungen Menschen Mut, auch wenn sie in dem ein oder anderen Fall nicht ihren Traumberuf hatten erlernen können. „Versuchen Sie Nischen für sich zu entdecken. Es gibt sie.“ Das zeige das Beispiel Umwelttechnologie, wo heute schon mehr Menschen arbeiteten als in der Automobilindustrie.
Festredner Herbert Mertin, Landtagsabgeordneter der FDP und früherer rheinland-pfälzischer Justizminister, spannte am Vortag des Gedenktages anlässlich 20 Jahre Mauerfall („das Schönste, was ich jemals politisch erlebt habe“) einen weiten Bogen von diesen Feierlichkeiten zu denen zu 60 Jahre Grundgesetz über die Bedeutung des Handwerks für die Gesellschaft, die Feierkultur („ich wünsche mir, dass Sie den Nationalfeiertag 3. Oktober feiern“) bis zum hohen Stellenwert der dualen Ausbildung in Deutschland. „Der Gesellenbrief, den Sie gleich erhalten, ist der Staffelstab, das fortzusetzen, was unsere Gesellschaft in den vergangenen 60 Jahren aufgebaut hat.“
Mit Schwung umrahmte das Saxofon-Ensemble der Kreismusikschule unter der Leitung von Hans-Peter Bohrer Reden, Grußworte und die anschließende Zeugnisausgabe.
Die Prüfungsbesten
Sebastian Grimm (Idar-Oberstein), Bürokaufmann, Ausbildungsbetrieb: Herbert Giloy & Söhne; Romina Kalavsky (Veitsrodt), Friseurin, Salon Birgit Heinz; Jens Kieser, Grumbach, Elektroniker, Standortverwaltung Artillerieschule; Sascha Lange (Idar-Oberstein) Elektroniker, Elektro Weber, Inh. Mike Bermann. Es gehören zwei Elektroniker zu den Besten, weil sie auf zwei Kommastellen genau dieselbe Abschlussnote erreichten. Maria Kochenburger (Idar-Oberstein), Edelsteinfasserin, Herbert Giloy & Söhne; Lisa Lengert (Laufersweiler), Fleischereifachverkäuferin, Edeka-Aktiv-Markt Hub; Christina Anna Lunkenheimer (Spabrücken), Goldschmiedin, Wolfgang Becker; Schwester M. Jennifer Müller (Vallendar), Silberschmiedin, Schönstätter Marienbrüder; Falko Riempp (Nürtingen), Kraftfahrzeugmechatroniker, Bundeswehr.
Foto: Hosser
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