Nachrichtenarchiv
Dokument der Stadt- und Zeitgeschichte
13.02.2009 10:53:00
Nachdem die Seiten des ersten Goldenen Buchs der Stadt Idar-Oberstein gefüllt waren, musste ein neues angeschafft und vor allem angemessen gestaltet werden. Das Design wurde im Rahmen einer Projektarbeit der Landesfachklassen für Gold- und Silberschmiede sowie für Edelsteinfasser an der Berufsbildenden Schule Technik Idar-Oberstein konzipiert. Die 28 interessanten und sehr unterschiedlichen Gestaltungsvorschläge werden nunmehr in der Ausstellung gezeigt. Die Schau wird ergänzt durch Auszüge der Einträge aus dem bisherigen Goldenen Buch.
„Im Goldenen Buch werden wichtige Momente der Stadtgeschichte festgehalten“, erklärte Oberbürgermeister Bruno Zimmer in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung. Mit rund vier Kilogramm sei das bisherige Buch auch ein gewichtiges Werk, das neue bringt es dagegen nur auf die Hälfte des Gewichts. Die Herkunft des bisherigen Buchs liege leider im Dunkeln, so Zimmer, dies würde bei dem neuen nicht passieren. Das Design wurde im Rahmen des Ideenwettbewerbes unter Leitung von Fachlehrer Joachim Riemer von Nadja Bröcker, Barbara Gerwert und Hannah Hennig entwickelt.
Unter Anleitung ihrer überbetrieblichen Ausbilderin Iris Hartenberger arbeiteten die Graveur-Auszubildenden Nicole Dries, Maike Gemmel, Caroline Gräßer, Sonja Pilath, Russel Schneider, Carolin Warmbier und Viola Zorn an der Umsetzung. Das Material für die Gestaltung wurde von den Firmen Jürgen Christmann, Gottlieb & Wagner, Iris Hartenberger, Udo Juchem, Hans Ulrich Pauly sowie Obermeister Franz Risch spendiert. Oberbürgermeister Zimmer dankte allen Beteiligten für ihre Mitwirkung bei der Neugestaltung des Goldenen Buches.
„Auf den Tag genau 42 Jahre wurde das bisherige Buch geführt“, erklärte Zimmer. Der erste Eintrag erfolgte am 10 Juni 1966 aus Anlass der Einweihung der Steinbachtalsperre durch den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Dr. Peter Altmeyer. Am 10. Juni 2008 füllte Prof. Dr. Tuvdendorjiin Galbataar, der Botschafter der Mongolei, die letzte Seite des Buchs. 139 Einträge hat das Goldene Buch zu verzeichnen, verewigt haben sich Größen aus Politik, Sport, Wirtschaft und Militär. Auch viele das Stadtbild prägende Baumaßnahmen finden darin ihren Niederschlag, beispielsweise der Bau der Börse, die Einweihung der Naheüberbauung und die Verkehrsfreigabe des Altenbergtunnels.
„Dabei ist das Goldene Buch keineswegs das Poesiealbum des Oberbürgermeisters, wie es manchmal ironisch bezeichnet wird“, unterstrich Oberbürgermeister Zimmer, „sondern es repräsentiert ein Stück Stadtgeschichte.“ Aber nicht nur die Daten, auch die Einträge selbst sind oft bemerkenswert. Sie wurden oft von namhaften Künstlern aus der Region geschaffen, es finden sich unter anderem Werke von Hans Eyke Dommer, Helmut Steffen, Ilse Wild-Kussler oder Armin Peter Faust, dem aktuellen Träger des Kulturpreises der Stadt Idar-Oberstein. Aber auch zahlreiche Bedienstete der Stadt wie Otto Müller, Peter von Berg oder Peter Priebe haben den Einträgen ihre persönliche Note verliehen.
Auch in dem neuen Goldenen Buch sollen sich natürlich zahlreiche Prominente eintragen. Zwei seiner Lieblingskandidaten verriet Oberbürgermeister Zimmer in seiner Ansprache: Barack Obama und Bruce Willis. Sie könnten sich dann an der schönen Gestaltung des Einbandes erfreuen. „Denn was hier von den Auszubildenden der Edelstein- und Schmuckberufe geschaffen wurde, ist wirklich hervorragend“, unterstrich OB Zimmer. So sah es auch Johannes Keilmann, der Organisator der Münchner Mineralientage. Er hatte das Buch bei dessen offizieller Präsentation im Rahmen der letztjährigen Intergem gesehen und hat die jungen Leute mitsamt ihrem Werk zu den diesjährigen Mineralientagen eingeladen.
Nadja Bröcker, eine der Designerinnen, stellte anschließend die Entstehung des neuen Goldenen Buches dar. Das Projekt erstreckte sich von den ersten Gesprächen im Frühjahr 2007 bis zur Übergabe im Oktober 2008 über mehr als anderthalb Jahre. „Es war ein spannender Prozess, der uns viel Spaß gemacht hat“, erklärte Bröcker. Die Gestaltung symbolisiert das Idar-Obersteiner Logo, in dem Bergkristall ist aber auch das Wappen der Stadt eingearbeitet.
„Bei unserem Design haben wir alle Berufe berücksichtigt, die für die Edelsteinbearbeitung stehen: Schleifer, Fasser, Goldschmied und Graveur“, so Nadja Bröcker. Als kleines Dankeschön für ihre Mühen erhielten die Auszubildenden von Oberbürgermeister Zimmer neben einer Urkunde noch Einkaufsgutscheine.
Obermeister Franz Risch überreichte den drei Schülerinnen der Gold- und Silberschmiedeklasse als Anerkennung für die Gestaltung des Goldenen Buches im Namen der Gold- und Silberschmiede-Innung Idar-Oberstein ein Dankschreiben sowie eine kleine finanzielle Anerkennung.
Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Foyers besichtigt werden, montags und dienstags von 7 bis 17 Uhr, mittwochs und freitags von 7 bis 12 Uhr und donnerstags von 7 bis 18.30 Uhr.
Foto: Der Stadtvorstand (im Hintergrund) mit den Gestaltern des neuen Goldenen Buchs: Viola Zorn, Maike Gemmel, Carolin Warmbier, Caroline Gräßer, Sonja Pilath, Barbara Gerwert, Ausbilderin Iris Hartenberger, Fachlehrer Joachim Riemer, Nadja Bröcker und Goldschmiede-Obermeister Franz Risch (v.l.n.r.), es fehlten Hanna Hennig, Nicole Dries und Russel Schneider.


















