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Quelle: handwerk.de Messe Idar-Oberstein
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Nachrichtenarchiv

Ehrenbriefe für Graveurmeister

16.09.2009 15:41:00

Auszeichnung erstmals vergeben

Ihre Silbernen Meisterbriefe präsentierten die Geehrten nach der Verleihung stolz auf der Treppe des Deutschen Edelsteinmuseums. Foto: Hosser

Premiere im Gewölbekeller des Deutschen Edelsteinmuseums: Zum ersten Mal erhielten Edelsteingraveure in der Schmuckstadt ihre Silbernen Meisterbriefe.

 

Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Rolf Adam und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (KHS), Stephan Emrich, überreichten zwölf Graveuren die Ehrenurkunden.

 

„Silber“ ist für 25 Jahre vorgesehen, doch einige der Geehrten gehen bereits deutlich auf das Goldene Jubiläum, sprich 50 Jahre, zu. Werner Köhler zum Beispiel hat 1959 seinen Meister gemacht, Richard Becker, der mit 87 Jahren Älteste der Ausgezeichneten, 1962, Herbert Schuch 1965, Heinz Postler 1969, andere in den 70er-Jahren.

 

Dass sie erst jetzt ihre Silbernen Meisterbriefe erhielten, hat einen simplen Grund: „Es ist hier die erste Veranstaltung dieser Art“, erklärte Emrich die späte Ehre. Der Rahmen allerdings entschädigte für die Verzögerung. Im Gewölbekeller des Deutschen Edelsteinmuseums waren Repräsentanten aus der Edelsteinbranche, Stadtvorstand und Stadtrat bei der Übergabe der Meisterbriefe anwesend.

 

An die goldenen Zeiten der Graveurinnung erinnerte Innungsobermeister Hans-Ulrich Pauly. „Zeitweise hatten wir 29 Lehrlinge. Das kann man sich heute kaum mehr vorstellen.“ Doch sei man nach zwischenzeitlichem Tief mittlerweile wieder mit fünf bis sieben Lehrlingen „auf einem guten Stand“. Pauly hob die Bedeutung der Graveure für Idar-Oberstein hervor. „Sie haben im Verbund mit anderen Gewerken Idar-Oberstein zu Weltgeltung verholten.“

 

Eine weitere Gelegenheit, den Ruf der Schmuck- und Edelsteinstadt in die Welt hinauszutragen, wird es in Tel Aviv geben. Der ehemalige Börsenpräsident Dieter Hahn steht in Kontakt mit dem Harry-Oppenheimer-Museum in der zweitgrößten israelischen Stadt. Hahn kündigte an, dass im Museum eine Ausstellung zur Graveurkunst zu sehen sein soll. Der Zeitpunkt ist noch offen, doch fest steht: Der Deutsche Botschafter in Israel wird zur Eröffnung der Ausstellung kommen. Keine Probleme gibt es mit der Finanzierung. Hahn: „Die Kosten sind gedeckt."

 

Einer, der den Goldenen Meisterbrief bereits hat, ist Erwin Pauly. Der Ehrenobermeister der Innung hatte 1957 seinen Meister gemacht und erhielt den Ehrenbrief vor zwei Jahren. Pauly kämpft gegen die mit der Novellierung der Handwerksordnung erfolgte Zusammenlegung von Edelsteinschleifern und Graveuren in ein Handwerk. „Es geht nicht an, dass man zwei derart grundverschiedene Gewerke in einem aufgehen lässt. Wir wehren uns dagegen, dass Berufsbezeichnungen derart manipuliert werden.“ Er verhandele mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, wenn nötig will er bis zum Europäischen Gerichtshof gehen.

 

 

Den Silbernen Meisterbrief erhielten:

 

Eberhard Bank, Manfred Gettmann, Gerd Moser, Hans-Dieter Roth, Bernhard Becker, Udo Juchem, Hans-Ulrich Pauly, Herbert Schuch, Richard Becker, Werner Köhler, Heinz Postler und Harald Schunk.

 

 

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