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Quelle: handwerk.de Messe Idar-Oberstein
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Frischgebackene Gesellen feierlich freigesprochen

14.11.2006 09:07:00

Auszeichnung der Prüfungsbesten 2006
Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft in der Göttenbach-Aula

Festredner Jürgen Diehl lobte die Qualität des deutschen dualen Ausbildungssystems und bedauerte dessen geplante Aufweichung durch europäische Qualifikationsrahmen.

Für 172 Auszubildende in 23 Ausbildungsberufen haben sich die mehrjährige Mühe und Arbeit gelohnt: Bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Birkenfeld erhielten sie zum erfolgreichen Abschluss ihrer Lehrlingszeit die wohlverdienten Gesellenbriefe.

Voll besetzt war die Göttenbach-Aula, Viele Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Schule und Wirtschaft gaben den frisch gebackenen Junggesellen und Junggesellinnen die Ehre. Die musikalischen Akzente setzte das klangstarke Jugendblasorchester "Moscitos" unter Leitung von Sascha Paulus.

In ununterbrochener Folge erschienen auf der Leinwand im Bühnenbereich die projizierten Namen der erfolgreichen Absolventen und des betreffenden Ausbildungsbetriebs.

"Der Gesellenbrief bietet Ihnen viele berufliche Perspektiven", sagte Kreishandwerksmeister Eric Aulenbacher in seiner Begrüßung, "Aber ruhen Sie sich nicht aus!" Es gelte, in Zeiten internationalen Wettbewerbs und rasanter technischer Entwicklung "offen, flexibel, lernbereit" zu bleiben und sich kontinuierlich weiterzubilden. Wichtigstes Weiterbildungsziel könnte die "Meisterprüfung" sein. Denn: "Der Meister- und Fachinnungsbetrieb", davon zeigte sich Aulenbacher überzeugt, "ist - im Gegensatz zum zulassungsfreien Betrieb - ein Ausbildungsbetrieb und gleichermaßen ein Gütesiegel, das auch beim Verbraucher ankommt."

Ein positives Bild der Jugend zeichnete Oberstudiendirektor Jürgen Bollweg in seiner Ansprache. Die Shell-Studie 2006 zeige, dass die junge Generation "hohes Problembewusstsein und ein stabiles Wertesystem" besitze. Ihr persönlicher Optimismus habe sich gegenüber früheren Jahren zwar etwas abgeschwächt, doch lasse, sie sich keineswegs entmutigen. "Aufstieg statt Ausstieg" heiße die Devise der Jugendlichen - trotz bedeutend schwierigerer Bedingungen als ihre Vorgänger. "Schauen Sie lebenslang immer über den Rand Ihres Berufs hinaus", rief Bollweg den jungen Zuhörern zu, "dann werden Sie - im zweifachen Sinne - nie fertig sein!"

Ebenfalls Glückwünsche an Gesellen, Lehrer, Ausbilder und Eltern übermittelte Festredner Jürgen Diehl, Präsident des Bundesindustrieverbandes Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik und Technische Gebäudesysteme, gleichzeitig Vizepräsident der europäischen Gebäudetechnik-Verbände GCI und UICP. Diehl verglich das deutsche duale Ausbildungssystem mit dem in Frankreich, Großbritannien und den USA. "Das deutsche System hat in Europa und weltweit hohes Ansehen", sagte Diehl. Es verbinde eine theoretische mit einer allgemeinen Ausbildung und führe unter Anleitung gezielt ins praktische Arbeitsleben ein. Deutsche Handwerksgesellen seien im Ausland, speziell in der Schweiz und in Dänemark, bereits stark vertreten. Umso bedauerlicher sei es, dass die Europäische Kommission 2004 mit einem "europäischen Qualifikationsrahmen ", dem englischen Modell folgend, die handwerkliche Ausbildung modulartig aufteilen wolle. "Dann aber", so kritisierte Diehl, "wird nicht mehr ein ganzheitlicher Beruf, sondern Häppchenwissen gelernt. Fatale Folgen: eine negative Qualifikationsspirale und das Ende des dualen Systems.

Den anwesenden sechs besten Prüflingen überreichten Kreishandwerksmeister Eric Aulenbacher, Geschäftsführer Stephan Emrich und Bundesindustrieverbandspräsident Jürgen Diehl Gesellenbrief, Urkunde und Buchpreis.

Für ihre besonderen Leistungen in der Gesellenprüfung wurden diese Lehrlinge ausgezeichnet:

• Marcel Allmann, Gas- und Wasserinstalleteur (Günther Dreher, Idar-Oberstein);
• Mirko Bachmann, Kraftfahrzeugmechatroniker (GFU Berufliche Beratung und Bildung GmbH, Schwalbach);
• Benjamin Bertram, Anlagenmechaniker SHK (Schupp Heizungsbau GmbH & Co, Idar-Oberstein);
• Fabian Blümel, Elektroinstallateur (Manfred Geiss, Birkenfeld);
• Lisa Böres, Friseurin (Astrid Simon, Idar-Oberstein);
• Christian Hendler, Stuckateur (Lerner & Beicht GmbH, Bundenbach);
• Patrick Jost, Metallbauer (Winfried Eisenhauer, Oberkirn);
• Michele Klein, Bürokauffrau (Kreishandwerkerschaft Birkenfeld, Idar-Oberstein);
• Uwe Kolles, Elektroniker(DRK Elisabeth-Stiftung, Birkenfeld);
• Sandra Kreußler, Goldschmiedin (Juwelier Klein, Ingelheim);
• Alexander Kurz, Maler und Lackierer (Kurt Schuler, Niederbrombach);
• Mathias Piontek, Kraftfahrzeugmechaniker (Hans Lofi GmbH & Co, Idar-Oberstein);
• Silvio Prescher, Kraftfahrzeugmechatroniker (GFU Berufliche Beratung und Bildung GmbH, Schwalbach);
• Sergej Sander, Maurer (Willi Iselborn GmbH & Co, Bad Kreuznach);
• Pascal Schiebinger, Feinwerkmechaniker (DRK Elisabeth-Stiftung, Birkenfeld);
• Matthias Turska, Edelsteinfasser (Herbert Giloy und Söhne GmbH & Co, Idar-Oberstein).

Bilder der Freisprechungsfeier finden Sie in unserer Fotogalerie.

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