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Quelle: handwerk.de Messe Idar-Oberstein
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Nachrichtenarchiv

Handwerker spüren den Aufschwung noch nicht

06.02.2007 07:17:00

Jahresempfang 2007
Buchstäblich aus allen Nähten platzte der Festsaal des Birkenfelder Schlosses beim traditionellen Jahresempfang der Kreishandwerkerschaft, den der Handwerkerchor Kreis Birkenfeld e.V. umrahmte. Vor rund 120 Gästen mahnte Kreishandwerksmeister Eric Aulenbacher die Politiker, stets an "unsere regionalen Probleme und Bedürfnisse zu denken" - etwa die Verbesserung der Infrastruktur, die Anbindung an den Flughafen Hahn, die Konversion und die Wiederbelebung der Innenstädte: "Unser Mittelstand im Kreis braucht eine Politik, die verlässlich und zukunftsorientiert ist." Irritiert zeigte sich der 39-Jährige, dass anders als beim "Motorsägen-Führerschein" in den zulassungsfreien Handwerken keine Mindestqualifikation verlangt wird. "Vor Eintritt in die Selbstständigkeit muss die Absolvierung betriebswirtschaftlicher und berufsspezifischer Grundkurse verpflichtend vorgeschrieben werden", forderte Aulenbacher angesichts der seit der Novelle steigenden Unfallzahlen und Insolvenzen.

Ehrung Michele Klein
Gegen Ende seines Vortrags bat Aulenbacher die ehemalige Mitarbeiterin der Kreishandwerkerschaft, Michele Klein, nach vorne. Frau Klein, die inzwischen studiert, hat ihre Ausbildung bei der Kreishandwerkerschaft Birkenfeld im vergangenen Jahr mit hervorragenden Leistungen abgeschlossen und beim Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend 2006 im Beruf Bürokauffrau den Kammersieg erreicht. Ursprünglich sollte die Ehrung schon an der Freisprechungsfeier im November erfolgen, was jedoch aufgrund des Studiums von Frau Klein zeitlich nicht möglich war. Aulenbacher gratulierte Michele Klein herzlich zum Kammersieg und überreichte zusammen mit der Bundesvorsitzenden der Unternehmerfrauen im Handwerk, Ursula Jachnik, und Landrat Axel Redmer als Dank und Anerkennung ein Blumenpräsent sowie einen Einkaufsgutschein.

Jahresempfang 2007
Als "wunderbare Visitenkarte des Handwerks" bezeichnete Landrat Axel Redmer die Restaurierung des Verwaltungsgebäudes. Zu der so oft gegeißelten Bürokratisierung führte der Hausherr die Arbeitsagentur als abschreckendes Beispiel an: "Nie hätte ich außerhalb des Kremls und des Vatikans so viel Zentralismus erwartet." Dabei werde "ein gutes Stück weit der Mensch vergessen". Im Hinblick auf die geplante Verwaltungs- und Gebietsreform gelte es, die Stärken des Kreises besser herauszuarbeiten: "In unserer Region ist es ein Volkssport, alles zu bejammern." Eine offensive Marketingstrategie soll der Abwanderung entgegenwirken, kündigte Redmer an.

Jahresempfang 2007
Von dem derzeit bejubelten "enormen Aufschwung" spüre das Handwerk wenig, bedauerte Gastrednerin Ursula Jachnik. "Kleine und mittelständische Betriebe werden von der Politik überhaupt nicht mehr wahrgenommen", kritisierte die Bundesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk: "Dabei stellen sie das größte Potenzial an Ausbildungsplätzen." Viel zu hoch sind in ihren Augen die Ausbildungs- und die Lohnnebenkosten. Erst 10.000 von schätzungsweise 300.000 mitarbeitenden Unternehmerfrauen sind in ihrem Verband organisiert, berichtete die Koblenzerin, die mit ihrem Ehemann ein kleines Autohaus leitet. Zu ihrem Leitthema "Weiterbildungsmüdigkeit - eine Volkskrankheit?" stellte Jachnik fest: "In allen Sparten fehlt es an der nötigen Motivation - das beginnt schon in der Familie." Ihr Motto: "Lebenslanges Lernen sichert unsere Zukunft!"

Bilder des Jahresempfangs finden Sie in unserer Bildergalerie.

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