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Handwerker spüren den Aufschwung noch nicht
06.02.2007 07:17:00
Gegen Ende seines Vortrags bat Aulenbacher die ehemalige Mitarbeiterin der Kreishandwerkerschaft, Michele Klein, nach vorne. Frau Klein, die inzwischen studiert, hat ihre Ausbildung bei der Kreishandwerkerschaft Birkenfeld im vergangenen Jahr mit hervorragenden Leistungen abgeschlossen und beim Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend 2006 im Beruf Bürokauffrau den Kammersieg erreicht. Ursprünglich sollte die Ehrung schon an der Freisprechungsfeier im November erfolgen, was jedoch aufgrund des Studiums von Frau Klein zeitlich nicht möglich war. Aulenbacher gratulierte Michele Klein herzlich zum Kammersieg und überreichte zusammen mit der Bundesvorsitzenden der Unternehmerfrauen im Handwerk, Ursula Jachnik, und Landrat Axel Redmer als Dank und Anerkennung ein Blumenpräsent sowie einen Einkaufsgutschein.
Als "wunderbare Visitenkarte des Handwerks" bezeichnete Landrat Axel Redmer die Restaurierung des Verwaltungsgebäudes. Zu der so oft gegeißelten Bürokratisierung führte der Hausherr die Arbeitsagentur als abschreckendes Beispiel an: "Nie hätte ich außerhalb des Kremls und des Vatikans so viel Zentralismus erwartet." Dabei werde "ein gutes Stück weit der Mensch vergessen". Im Hinblick auf die geplante Verwaltungs- und Gebietsreform gelte es, die Stärken des Kreises besser herauszuarbeiten: "In unserer Region ist es ein Volkssport, alles zu bejammern." Eine offensive Marketingstrategie soll der Abwanderung entgegenwirken, kündigte Redmer an.
Von dem derzeit bejubelten "enormen Aufschwung" spüre das Handwerk wenig, bedauerte Gastrednerin Ursula Jachnik. "Kleine und mittelständische Betriebe werden von der Politik überhaupt nicht mehr wahrgenommen", kritisierte die Bundesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk: "Dabei stellen sie das größte Potenzial an Ausbildungsplätzen." Viel zu hoch sind in ihren Augen die Ausbildungs- und die Lohnnebenkosten. Erst 10.000 von schätzungsweise 300.000 mitarbeitenden Unternehmerfrauen sind in ihrem Verband organisiert, berichtete die Koblenzerin, die mit ihrem Ehemann ein kleines Autohaus leitet. Zu ihrem Leitthema "Weiterbildungsmüdigkeit - eine Volkskrankheit?" stellte Jachnik fest: "In allen Sparten fehlt es an der nötigen Motivation - das beginnt schon in der Familie." Ihr Motto: "Lebenslanges Lernen sichert unsere Zukunft!"
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